Das sind gute Antworten auf typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Von Alenka Mladina 4. Februar 2015

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Vorstellungsgespräch. Bestimmt sind Sie sehr nervös und warten gespannt darauf, welche Fragen der Personalverantwortliche Ihnen wohl stellen wird. Wenn Sie im Vorfeld gute Antworten vorbereiten, werden Sie Ihr Vorstellungsgespräch viel gelassener meistern.

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen sind, steht eines schon fest: Ihre Erfahrungen und Ihre fachliche Qualifikation haben den Anforderungsprofil-Test erfolgreich bestanden. Wunderbar! Doch das ist nicht alles, was Sie als Wunschkandidat mitbringen müssen: Auch Ihr persönliches Auftreten muss stimmen und Sie müssen als potenzieller neuer Mitarbeiter gut ins bestehende Team passen. Ob dem so ist, versuchen Personalverantwortliche mit den folgenden fünf typischen Fragen herauszufinden.

„Warum erzählen Sie uns nicht ein bisschen über sich?“

Diese Frage ist eine typische Gesprächseröffnung und klingt zunächst nicht nach einer schwierigen Frage. Doch vergessen Sie nicht: In einem Vorstellungsgespräch sollen alle Antworten Ihre Eignung für den Job herausstreichen. Ihr Gegenüber möchte folglich keine Anekdoten aus Ihrem Privatleben hören.

Was er eigentlich sagen möchte, ist: „Erzählen Sie mir ein bisschen über Ihr berufliches Selbst.“ Der Arbeitgeber interessiert sich vor allem für Ihre Arbeitsmoral und -einstellung. Bereiten Sie deshalb eine Antwort vor, die betont, warum Ihre Persönlichkeit und Ihr Hintergrund zur Stelle und dem Unternehmen ideal passen.

Dafür sollten Sie im Vorfeld bereits gut recherchiert haben und mögliche Ansatzpunkte identifizieren. Haben Sie beispielsweise die Controlling-Abteilung bei Ihrem letzten Arbeitgeber maßgeblich aufgebaut und genau das ist eine Ihrer Hauptaufgaben im neuen Job, erläutern Sie, wie Sie die Situation gemeistert haben.

Wählen Sie immer ein Beispiel für Ihre Antwort, die für den Gesprächspartner interessant ist und sowohl Ihre Zielstrebigkeit als auch Ihre Motivation zeigt. Noch besser ist es, wenn Sie konkrete Ergebnisse vorweisen können, wie etwa eine Umsatzsteigerung oder Kosteneinsparungen von XX %.

„Was war Ihr größter Erfolg?”

Ein Kandidat, der seine eigenen Leistungen in seiner Antwort nicht herausstellen kann, schafft es selten in ein zweites Vorstellungsgespräch. Erklären Sie, was Sie erreicht haben, wie es Ihnen gelungen ist und welche Erkenntnisse Sie aus dem Prozess ziehen konnten. Auch mögliche Hindernisse können Sie hier nennen, aber nur wenn Sie auch zeigen können, wie Sie damit umgegangen sind und welche Lösung Sie gefunden haben.

Das zeigt, dass Sie lernfähig sind. Handeln Sie die Punkte sachlich und offen ab. Wichtig ist auch, dass Sie bei Ihrer Antwort nicht zu lange ausschweifen, sondern auf den Punkt kommen. Der Personaler will aus Ihrer Antwort einschätzen können, was Sie als Erfolg ansehen und mit welcher Strategie Sie vorgegangen sind.

„Was sind Ihre Schwächen?”

Mit Antworten wie „Ich bin ein Workaholic“ oder „Ich bin ein Perfektionist“ glauben Sie vielleicht, Ihre Motivation nochmals untermauern zu können. Diese Antworten haben Personaler jedoch schon zigfach gehört. Und, wenn Sie ehrlich sind, ist das wirklich so?

Sie sollten Ihre Schwächen im Vorfeld genau analysieren. Gibt es Punkte, die Sie in Feedbackgesprächen immer wieder gehört haben? Wo sehen Sie Muster in Ihrer Arbeitsweise, die immer wieder zu Problemen geführt haben?

Überlegen Sie im Vorfeld auch, welche Ihrer Stärken dieses “Manko” ausgleicht. Oftmals behalten beispielsweise diejenigen Mitarbeiter das große Ganze im Blick, die nicht zu detailgenau sind. Denken Sie immer daran: Keiner ist perfekt und der Personaler wird es spüren, wenn Sie ehrlich sind und zu Ihren Schwächen stehen.

In der Regel genügt es übrigens, wenn Sie eine Schwäche nennen und darlegen, wie Sie damit umgehen oder wie oben erläutert, mit welcher Stärke Sie dafür punkten. Schließlich geht es dem Personaler nicht darum, Sie schlecht dastehen zu lassen. Vielmehr klopft er mit der Frage ab, wie souverän Sie mit unangenehmen Fragen umgehen und wie Sie sich selbst einschätzen.

„Warum wollen Sie Ihren Job wechseln?”

Manche Bewerber suchen einen neuen Job, weil der aktuelle Verantwortungsbereich zu sehr zur Routine geworden ist und sie Lust auf etwas Neues spüren. Bei manchen Bewerbern sind die Gründe viel emotionaler: man fühlt sich im Team nicht mehr wohl oder versteht sich mit dem neuen Chef nicht.

Im letzteren Fall sollten Sie sich auf jeden Fall zurücknehmen mit Ihrer Antwort. Wer bitter oder nachtragend klingt und über seinen Ex- oder Noch-Chef herzieht, wird kein Verständnis ernten. Im Gegenteil: der Personaler wird sich denken, Sie seien womöglich eine schwierige Person und könnten sich nicht ins Team einfügen.

Bei dieser Frage sollten Sie eine elegantere Antwort wählen und Ihren bisherigen Arbeitsplatz mit der ausgeschriebenen Stelle vergleichen: Was hat Ihnen zuvor gefehlt, was der neue Job in Aussicht stellt? Welche Vorteile sehen Sie? Vielleicht bietet der neue Job einen Karrieresprung oder den Einstieg in eine neue Branche. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Antwort darauf.

„Warum möchten Sie bei uns arbeiten?”

Arbeitgeber achten bei Ihrer Antwort auf diese Frage genaugenommen auf zwei Dinge: Erstens, wie gut stimmen Ihre eigenen Ziele und Werte mit denen des Unternehmens überein und zweitens, wie gut haben Sie sich über das Unternehmen informiert. Recherchieren Sie deshalb gründlich vor dem Vorstellungsgespräch. Besuchen Sie die Unternehmenswebseite und verfolgen Sie die Berichterstattung über das Unternehmen in den Medien (Tipp: Legen Sie sich einen Google Alert zu dem Unternehmen an. So werden Sie über alleaktuellen Ereignisse laufend informiert und können sich bestens vorbereiten).

Versuchen Sie herauszufinden, ob jemand aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis in dem Unternehmen gearbeitet hat oder wiederum jemanden kennt, der dort arbeitet. Bestimmt unterstützen Sie Ihre Freunde bei der Kontaktaufnahme. Sie erfahren so sehr viel mehr über das Unternehmen, und können mit dem einen oder anderen Detail in Ihren Antworten beeindrucken.

Übrigens zeigen Sie mit einer guten Antwort auf diese Frage nicht nur, wie Sie arbeiten (also dass Sie gründlich recherchieren und sich gut vorbereiten), sondern auch, dass Sie wirklich am Job und am Unternehmen interessiert sind. Wenn Sie sich auf diese fünf typischen Fragen gut vorbereiten und sich entsprechende Antworten zurechtlegen (bitte nicht auswendig lernen), dann meistern Sie Ihr Vorstellungsgespräch mit Bravour. Übrigens, immer wieder versuchen Personaler, den Bewerber mit Fangfragen aus der Reserve zu locken.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Klappt es trotz eines erfolgreichen Vorstellungsgesprächs doch nicht mit dem Job, dürfen Sie das nicht persönlich nehmen. Ein anderer Bewerber hat eben noch etwas besser zum Team und zum Unternehmen gepasst. Reagieren Sie deshalb höflich auf eine Absage und schauen Sie sich weiter nach interessanten Jobangeboten um oder holen Sie sich die Unterstützung eines Personaldienstleisters. Manchmal dauert es eben etwas länger, bis der Traum vom perfekten Job klappt!

 

Bildquelle: © denisismagilov - Fotolia.com

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