Von herrenlosen Cupcakes und leeren Kaffeekannen: Damit bringen Sie Ihre Kollegen auf die Palme

Von Alenka Mladina 18. März 2015

Das Mittagessen des Kollegen aus dem Kühlschrank stibitzen, den Handyklingelton auf laut stellen, immer die letzte Tasse Kaffee nehmen – es gibt viele Möglichkeiten, die Benimmregeln im Büro zu missachten und sich bei Kollegen unbeliebt zu machen. Um nicht als Kollegenschreck bekannt zu werden, sollten Sie diese 10 Verstöße gegen den Business-Knigge besser vermeiden.

Wer von uns hatte nicht schon die ein oder andere Meinungsverschiedenheit mit einem Kollegen? Solange es um eine fachliche Diskussion zum Berufsalltag geht, sehr gut. Doch Auseinandersetzungen wegen abgelaufenem Essen im Bürokühlschrank sind niemals hilfreich. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Kollegen die Benimmregeln im Büro missachten und den Business-Knigge außen vor lassen.

Das ist anstrengend für alle und kann die Stimmung im Team merklich abkühlen lassen. Damit Sie Ihre Kollegen nicht (aus Versehen) auf die Palme bringen, habe ich Ihnen zehn heikle Szenarien aus dem Büroalltag zusammengestellt und wie Sie diese meistern:

1. Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee

Mit Kaffeekannen ist es manchmal wie mit Ampeln. Die Ampel schaltet gefühlt immer auf rot, wenn man auf sie zufährt – die Kaffeekanne ist scheinbar immer leer. Mit den Ampeln müssen wir uns abfinden, mit der Kaffeekanne nicht.

Der Business-Knigge sagt: Wer die letzte Tasse nimmt, brüht neuen Kaffee auf. Gleiches gilt für Vollautomaten: Wer die Bohnen leer macht, füllt nach. Kurz vor Büroschluss dürfen Sie eine Ausnahme machen. Einen Schluck in der Kanne zu lassen und sich darauf zu berufen, man hätte schließlich nicht alles aufgebraucht, macht übrigens doppelt unbeliebt.

2. Die mobile Jukebox

Mancher Klingelton eines Kollegen hat mir schon ein Schmunzeln entlockt. das will ich nicht bestreiten. Doch auch der witzigste Klingelton reißt mich bei der Arbeit aus der Konzentration. Noch schlimmer sind nur aktivierte Tastentöne.

Der Business Knigge sagt: Das Handy auf Vibration oder – besser noch – gleich stumm schalten. Wer einen wichtigen Anruf erwartet, kann das Handy vor sich auf den Tisch legen. Dann sieht er auch im Stumm-Modus die eingehenden Anrufe sofort.

3. Der herrenlose Cupcake

Sockenfressende Waschmaschinen haben wir wohl alle schon erlebt. Aber kennen Sie auch Sandwich- und Cupcake-fressende Kühlschränke? Die soll es in einigen Büros geben. Eine Erklärung, wie so etwas möglich ist, zeigt das folgende Video unserer amerikanischen Kollegen:

Der Business Knigge sagt: Finger weg von fremden Essen. Wenn Sie gar nicht anders können, fragen Sie den Kollegen, ob er mit Ihnen teilen möchte.

4. „Das wird schon jemand wegräumen“

Was mit Cupcakes gut funktioniert, trifft auf schmutziges Geschirr leider nicht zu: Statt von selbst zu verschwinden, scheint es sich eher zu vermehren. Und am Ende des Tages türmen sich die Tassen und Teller auf einem wackeligen Turm im Spülbecken.

Der Business Knigge sagt: Jeder spült sein Geschirr ab oder räumt es in die Spülmaschine, wenn er es nicht mehr benutzt. Wenn Sie sich die Tasse für einen späteren Kaffee aufheben wollen, stellen Sie sie solange auf Ihrem Schreibtisch ab.

5. Schlechter Käse statt gutem Wein

Es gibt Lebensmittel, die mit zunehmendem Alter besser werden. Guter Wein zum Beispiel. Die meisten Nahrungsmittel haben hingegen ein Haltbarkeitsdatum, das sichtbar gekennzeichnet ist. Wenn sie das überschritten haben, fangen viele von ihnen an, schlecht zu riechen oder sogar ihre Farbe zu verändern.

Der Business Knigge sagt: Eigentlich sollte sich jeder selbst darum kümmern, dass seine Lebensmittel nicht im Bürokühlschrank verderben. Wenn das nicht funktioniert, kann einmal pro Woche ausgemistet werden. Freiwillige vor!

6. Business Döner

Es ließe sich trefflich darüber streiten, ob es so etwas wie einen „Business Döner“ geben kann. Selbst wenn Knoblauchsoße und Zwiebeln fehlen, hat ein Döner meiner Meinung nach immer noch einen recht intensiven Geruch – wie auch manch andere Speise.

Der Business Knigge sagt: Speisen, die intensiv duften oder kleckern, nicht am Schreibtisch essen, sondern allenfalls in der Büroküche. Diese Benimmregel ist besonders im Großraumbüro angebracht.

7. My Schreibtisch is my castle

Jeder sollte sich an seinem Arbeitsplatz wohl fühlen. Doch mein Wohlfühlbereich sollte sich nur soweit ausdehnen, dass ich andere nicht störe. Manche Dinge will einfach kein Kollege sehen, riechen oder hören.

Der Business Knigge sagt: Verzichten Sie darauf, sich am Arbeitsplatz die Fingernägel zu schneiden, Zahnseide zu benutzen oder sonstige hygienische Aktivitäten zu unternehmen. Wenn Sie schon müssen: Suchen Sie sich ein einsames Badezimmer.

8. Gesundheit!

Manche Arbeitnehmer fehlen nie. Bei einigen liegt das leider nicht daran, dass sie nie krank sind, sondern dass sie auch krank zur Arbeit kommen. Das zeugt nur auf den ersten Blick von Arbeitseifer.

Der Business Knigge sagt: Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie eine ansteckende Krankheit haben, etwa eine Erkältung, eine Grippe oder ein Magen-Darm-Leiden. Es lässt sich gar nicht vermeiden, dass Sie die Erreger auf Büroequipment und Türklinken verteilen. Wenn dringende Arbeit ansteht: Sprechen Sie mit Ihrem Chef über eine Homeoffice-Lösung.

9. Multitasking

Man sagt Frauen gemeinhin nach, dass sie mehrere Dinge gleichzeitig tun können. Das mag auf einige zutreffen – und vermutlich auch auf manche Männer. Ich bezweifle allerdings, dass sie dabei die gleichen Resultate erzielen, wie wenn sie ihre volle Aufmerksamkeit auf eine Sache richten. Im Umgang mit Kollegen ist es außerdem unhöflich – vor allem in Meetings. Doch auch hierfür kennt der Knigge im Job Regeln.

Der Business Knigge sagt: Widmen Sie Kollegen und Aufgaben die volle Aufmerksamkeit. Lassen Sie sich vor allem nicht von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets ablenken. Einen ausführlichen Knigge für Meetings finden Sie auf unserer Webseite.

10. Das Frischluft-Dilemma

Je größer das Büro, umso wahrscheinlicher, dass das Kälteempfinden der verschiedenen Kollegen auseinander geht. Während der eine schwitzt, dreht die andere die Heizung noch eine Viertelumdrehung höher. Besonders heikel wird es, wenn die Fenster zum Lüften geöffnet werden.

Der Business Knigge sagt: Frische Luft muss sein, unabhängig von der Jahreszeit. Wenn das spontane Lüften zu Problemen führt, sollten Sie mit Kollegen feste Zeiten dafür vereinbaren. Wem es dann zu kalt wird, der kann sich für eine Viertelstunde in die Kaffeeküche zurückziehen.

Habe ich alle Szenarien mit Konfliktpotenzial aufgezählt? Oder fällt Ihnen noch etwas ein, das ich vergessen habe? Ich freue mich über Anekdoten und weitere Tipps!

Bildquelle: © artmim - Fotolia.com

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