Chef oder Kollegen: Wer sorgt wirklich für gutes Klima im Büro?

Wann und wofür müssen Sie im Job selbst Verantwortung tragen?

„Mein Chef ist dafür verantwortlich, dass ich in meinem Job glücklich bin!“. So denken 36 % aller Arbeitnehmer, wie unsere Studie „DIE ZEIT IST REIF. GLÜCKLICH ARBEITEN“ zeigt. Klingt dieser Satz nach Ihnen? Dann müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass viele Vorgesetzte das genau gegenteilig sehen. Doch wer trägt denn nun die Verantwortung dafür, dass alle mit Freude arbeiten? Unsere Antwort: Dafür sind immer beide Parteien zuständig. Wir stellen Ihnen verschiedene Situationen aus Ihrem Arbeitsalltag vor und zeigen Ihnen, wie, wann und ob Sie Verantwortung übernehmen sollten. Mit diesen Tipps werden Sie Ihres eigenen Glückes Schmied.

Machen Sie einen Schritt nach dem anderen

Kennen Sie das? Es stehen diverse Meetings und Projekte auf Ihrem Plan, dazu quillt Ihre Ablage über und wichtige E-Mails wollen beantwortet werden. Sie sind überarbeitet – und Ihre Laune sinkt in den Keller.

Unser Tipp: Think small. Ein zu hohes Arbeitspensum führt dazu, dass die Qualität Ihrer Arbeit leidet. Werden Ihnen zu viele Aufgaben zugeteilt, bleibt am Ende das meiste unerledigt liegen.

Wer ist verantwortlich? Zunächst liegt die Verantwortung dafür, dass Sie Ihr Arbeitspensum schaffen, bei Ihnen selbst. Machen Sie kleine Schritte und einen Plan dazu. Priorisieren Sie die anstehenden Aufgaben in Absprache mit Ihrem Chef oder dem Teamleiter. Daran können Sie sich dann gut orientieren. So gelingt es Ihnen viel schneller, Aufgaben von Ihrer To-Do-Liste zu streichen. Und nichts geht über das gute Gefühl, eine erledigte Aufgabe abzuhaken. Leidet die Qualität Ihrer Arbeit jedoch immer wieder unter einer zu hohen Belastung, sprechen Sie mit Ihrem Chef: Er trägt die Verantwortung dafür, dass keiner seiner Mitarbeiter dauerhaft überfordert ist.

Seien Sie sich über Ihre eigene Motivation im Klaren

Kennen Sie das? Schon mit Bauchschmerzen wachen Sie morgens auf und können sich kaum motivieren, zur Arbeit zu gehen – und das, obwohl Sie erst seit einigen Wochen im Unternehmen sind.

Unser Tipp: Nicht zur Arbeit gehen zu wollen, kann verschiedenste Ursachen haben. Vielleicht sind Sie einfach in einer besonders stressigen Phase in den Job eingestiegen. Haben Sie jedoch die Befürchtung, dass der Job doch nicht die richtige Entscheidung war, ist die Situation eine andere. Denn ein besonders wichtiger Faktor für die Mitarbeiterzufriedenheit ist die Identifikation mit der allgemeinen Unternehmenskultur und den Werten am Arbeitsplatz.

Wer ist verantwortlich? Zunächst einmal sollten Sie sich Zeit geben, um sich ins Team einzufinden. Vielleicht fühlen Sie sich schon in ein paar Wochen rundum zufrieden. Ebenso wichtig ist es, dass Sie sich selbst gut kennen: Wie soll Ihr idealer Arbeitsplatz sein? Nur wenn Sie genau wissen, wie Sie diese Frage beantworten würden und zu Ihren Überzeugungen stehen, sind Sie langfristig zufrieden im Job. Natürlich ist auch Ihr neuer Chef ein guter Ansprechpartner:  Sprechen Sie offen mit ihm über Ihre Startschwierigkeiten und suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung. Zudem ist es eine gute Idee bereits in der Bewerbungsphase mit ihrem potentiellen Arbeitgeber über Ihre persönlichen Motivationen und Erwartungen zu sprechen.

Setzen Sie Grenzen

Kennen Sie das? Mit Liebeskummer taucht die Kollegin auf der Arbeit auf. Selbstverständlich haben Sie ein offenes Ohr und versuchen, sie über ihren Kummer hinwegzutrösten. Ein anderer Kollege schafft sein Arbeitspensum nicht. Sie geben Tipps und nehmen ihm sogar die eine oder andere Aufgabe ab. Und das, obwohl Sie bis zum Hals in Arbeit stecken.

Unser Tipp: Bei Ihren Kollegen sind Sie aufgrund Ihrer sozialen Ader und Ihrer Kompetenz beliebt. Deshalb lassen sie Sie an ihren Problemen teilhaben und fragen Sie um Rat und Hilfe. Was erstmal schmeichelhaft wirkt, kann sich schnell auf Ihre eigene Stimmung und Leistung auswirken. Sie verbringen mehr Zeit mit den Aufgaben der Kollegen als mit den eigenen? Ziehen Sie die Notbremse!

Wer ist verantwortlich?  Bleiben Sie bei sich. Freundlichkeit und Offenheit tragen zum positiven Miteinander am Arbeitsplatz bei und wirken sich auf die Zufriedenheit aller aus. Nichtsdestotrotz liegt es in Ihrer Verantwortung, Grenzen zu ziehen. Sagen Sie sich: „So sehr mir das Wohlergehen meiner Kollegen auch am Herzen liegt – es ist in Ordnung auch einmal ‘Nein’ zu sagen!“. Sprechen Sie mit Ihren Kollegen und sagen Sie Ihnen, dass sie wichtig für Sie sind – trotzdem haben Sie auch eigene Aufgaben zu bewältigen.

Ermutigen Sie Ihre Kollegen, mit dem Chef zu sprechen

Kennen Sie das? Die eine Kollegin beklagt sich darüber, dass sie ständig Überstunden macht. Der andere Kollege kommt zu Ihnen, um sich über seinen Workload zu beschweren.

Unser Tipp: Sprechen Sie über diese Tatsache mit Ihren Kollegen und verweisen Sie sie an den Chef weiter. Nur wenn er die Probleme seiner Mitarbeiter kennt, kann er die richtigen Hebel in Bewegung setzen, um das Team zu entlasten.

Wer ist verantwortlich? Dafür, dass Überstunden nicht zur Regel werden und sich kein Mitarbeiter vom Arbeitspensum überfordert fühlt, ist Ihr Chef verantwortlich. Ihr Vorgesetzter möchte, dass sein Team motiviert und produktiv arbeitet. Das funktioniert nur, wenn sich alle mit ihren Aufgaben wohlfühlen. Dafür zu sorgen, dass die Teammitglieder gleichmäßig und im Rahmen Ihrer Fähigkeiten zum Erfolg des Unternehmens beitragen, ist nicht Ihre Aufgabe.

Fazit: Werden Sie aktiv

Sich selbst gut zu kennen, Grenzen zu ziehen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen ist wichtig, damit Sie voller Elan arbeiten und sich in Ihrem Unternehmen wirklich wohlfühlen. Sie sehen: Schon mit wenigen Dingen übernehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Glück –  und damit für Ihre Karriere. Ihr Chef wird so viel Einsatz nämlich honorieren.

Noch mehr zum Thema Glück im Job und was es bedeutet, glücklich zu arbeiten, lesen Sie in der Studie „DIE ZEIT IST REIF. GLÜCKLICH ARBEITEN“. Jetzt herunterladen!

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