Burnout: Kein Thema in Ihrem Team – oder etwa doch?

Von Alenka Mladina 17. Dezember 2013

Von einigen belächelt, von anderen bitter am eigenen Leib erfahren: die Erschöpfungsdepression, neudeutsch Burnout. Eine Diagnose, die immer häufiger bei Arbeitnehmern gestellt wird. Welche Spuren hinterlässt das Ausgebranntsein am Arbeitsplatz? Und vor allem, was können Sie im Management Ihre Teams beachten um die Leistungsfähigkeit und Motivation aufrecht zu halten?

Wenn der Job ausbrennt

Das Aus kommt nicht mit einem Paukenschlag. Langsam bahnt sich das Burnout seinen Weg. Meist geschieht dies ohne eindeutige Anzeichen, die Sie im Management Ihres Teams zwangsläufig hätten bemerken müssen. Im Nachhinein lassen sich am Arbeitsplatz Auslöser wie

  • zu große Arbeitsbelastung
  • regelmäßige Mehrarbeit/ Überstunden
  • unausgeglichene Work-Life-Balance
  • mangelnde Wertschätzung am Arbeitsplatz
  • unerreichbar hohe Zielsetzungen/ Demotivation
  • wirtschaftlicher Druck
  • Disharmonie im Team oder ein angespanntes Verhältnis zum Manager

als maßgebliche Treiber im Prozess zur Erschöpfungsdepression isolieren. Dazu kommen in der Regel lang anhaltende Belastungssituationen im privaten Umfeld, beispielsweise bei Arbeitnehmern mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.

Hohe Kosten: emotional, physisch und ökonomisch

Was die Betroffenen emotional und physisch teuer zu stehen kommt, schlägt sich in den Büchern Ihres Unternehmens, der Krankenkassen und Sozialversicherungen monetär nieder.

So belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgen des Burnouts am Arbeitsplatz in Deutschland auf stattliche 6,3 Milliarden Euro (Quelle: BKK). Dazu gesellen sich weiche Faktoren. Der Ausfall wichtiger Fach- und Führungskräfte bedeutet einen essentiellen Verlust von Know-How.

Mit dem Burnout sinkt auch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und damit die Motivation und Leistungsbereitschaft. Schlimmstenfalls droht gar ein Imageverlust als attraktiver Arbeitgeber. Für das Personal-Management bedeutet das einen herben Rückschlag. Wie können Sie also Initiative ergreifen und worauf sollten Sie beim Management Ihres Teams mit mehr Fingerspitzengefühl beachten?

Management-Tipps: So navigieren Sie Ihr Team am Burnout vorbei

Was Oma schon wusste, gilt auch heute noch: Vorsorgen ist besser als heilen. Obschon das Burnout nicht nur auf dem Bürostuhl lauert, halten Sie als Manager ein paar essentielle Mosaikstücke dazu in der Hand. Womöglich können Sie mit nur wenigen Veränderungen am Arbeitsplatz viel erreichen. Wir haben einige Management-Tipps zusammengetragen, die das Risiko Burnout im Job deutlich reduzieren:

  • Legen Sie Wert auf Teamwork und eine angenehme Arbeitsatmosphäre
  • Ermutigen Sie Mitarbeiter, sich auch mal frei zu nehmen, wenn sie Mehrarbeit geleistet haben
  • Besprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern die Stellenprofile und passen Sie diese wo nötig an
  • Belohnen Sie Ihre Mitarbeiter und danken Sie für Erfolge. Organisieren Sie gelegentlich Team-Aktivitäten. Das kann am Arbeitsplatz oder auch gern mal außerhalb vom Büro sein
  • Stellen Sie bei Bedarf zusätzliche Mitarbeiter ein oder überbrücken Sie Spitzenzeiten mit Personal in Zeitarbeit

Vielleicht können Sie den einen oder anderen Management-Tipp gleich umsetzen? Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Welche Maßnahmen setzen Sie im Personal-Management zur Prävention von Burnout ein? Oder finden Sie, das Thema wird überbewertet?

 

Bildquelle: © Sergey Nivens - Fotolia.com

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