Büropolitik: Diese 6 Spielregeln müssen Sie kennen

Von Alenka Mladina 7. September 2015

Politik findet nicht nur in Parlamenten und Hinterzimmern statt, sondern auch zwischen Kaffeeautomaten und Kopierern in deutschen Büros: 40 % der Angestellten* spielen dieses Spiel einer Studie im Auftrag unserer US-Kollegen zumindest hin und wieder mit. Nehmen Sie sich daran besser kein Beispiel - Ihrer Karriere kann das ernsthaft schaden.

​Büropolitik ist ein heißes Eisen. Um Ihre Ziele zu erreichen und Ideen zu verwirklichen, brauchen Sie einerseits die Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten. Andererseits können Sie Ihre Karriere schnell gegen die Wand fahren, wenn Sie eine Ellenbogen-Strategie verfolgen oder an Kollegen geraten, die nur auf den eigenen Vorteil aus sind. Halten Sie sich hingegen an unsere Spielregeln, verbrennen Sie sich Ihre Finger bestimmt nicht an diesem heißem Eisen.

1. Halten Sie sich aus der Büropolitik heraus

Politische Spielchen und Bürotratsch können Sie leider nicht komplett ignorieren. Immerhin bieten sie auch den einen oder anderen Vorteil. Beispielsweise schadet es nie, wenn Sie über den “Flurfunk” frühzeitig von einem anstehenden Führungswechsel oder anderen Veränderungen erfahren, die Ihre Arbeit und Karriere direkt beeinflussen.

Als Faustregel gilt dennoch: Lassen Sie sich nicht in die Scharmützel verwickeln, die täglich zwischen den Schreibtischen ausgetragen werden. Verhalten Sie sich neutral, wenn sich zwei Kollegen ständig in die Haare kriegen – auch wenn Sie einen davon besser leiden können. Bleiben Sie objektiv und konzentrieren Sie sich auf die Arbeit und die Ziele Ihres Projekts.

2. Sprechen Sie über Ihre Erfolge, aber geben Sie nicht an

Büropolitik und Karriereplanung lassen sich nicht sauber voneinander trennen. Selbst, wenn Ihnen die Machtspielchen zuwider sind, müssen Sie andere auf sich aufmerksam machen, um voranzukommen. Häufig stecken Angestellte viel Mühe, Zeit und Kreativität in Ihre Arbeit, versäumen es dann aber, die Früchte zu ernten. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihre Leistung anerkannt wird und Ihr Chef über Ihre Erfolge stets im Bilde ist.

Stellen Sie Ihre Arbeit immer auch in den Fokus der Unternehmensziele. Es gibt jedoch einen gewaltigen Unterschied zwischen Überheblichkeit und gesundem Selbstmarketing. Übertreiben Sie es nicht und sammeln Sie überzeugende Argumente, bevor Sie in ein solches Gespräch gehen. Sonst überschreiten Sie die Grenze zwischen gesundem Selbstmarketing und Überheblichkeit nur allzu schnell.

3. Lästern Sie nicht - auch nicht nach Büroschluss. Netzwerken Sie!

Tratsch hat wohl den größten Anteil an der Büropolitik. Damit wollen Sie nichts zu tun haben. Sagen Sie über Kollegen nur das, was Sie ihnen auch ins Gesicht sagen würden. Das heißt jedoch nicht, dass Sie keine Small Talks führen dürfen oder sich von gesellschaftlichen Anlässen mit Kollegen fernhalten sollten. Um im Job voranzukommen und auf dem Laufenden zu sein, ist ein breites Netzwerk Gold wert. Nutzen Sie deshalb die Gelegenheiten, sich mit Kollegen regelmäßig – auch außerhalb der Arbeit auszutauschen – aber bleiben Sie sachlich und fair.

4. Unterscheiden Sie zwischen Tratsch und wertvollen Neuigkeiten

Während Lästerrunden keinerlei Vorteile für Sie bieten, sollten Sie Ihre Ohren dennoch offen halten, wenn Kollegen miteinander plauschen. Manchmal erfahren Sie so hilfreiche Neuigkeiten, zum Beispiel, dass eine interessante Stelle frei wird oder sich Umstrukturierungen andeuten. So bleiben Sie immer up-to-date und können schnell reagieren, wenn sich interessante Möglichkeiten ergeben oder berufliche Gefahren drohen.

5. Schaffen Sie Konflikte aus der Welt

Sie werden selten mit allen Kollegen einer Meinung sein. Aber verhindern Sie, dass aus schwelenden Unstimmigkeiten große Konflikte heranwachsen. Nehmen Sie sich nach Diskussionen genügend Zeit, um sich zu beruhigen, und sprechen Sie das Thema dann direkt an. Seien Sie ehrlich aber taktvoll, konzentrieren Sie sich auf die Fakten und nicht auf Ihre Gefühle. Dasselbe gilt, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Stehen Sie dazu und korrigieren Sie das Missgeschick umgehend. Sie müssen nicht mit jedem Kollegen befreundet sein, aber Sie sollten in der Lage sein, gut und professionell zusammenzuarbeiten.

6. Meiden Sie Lästereien aber suchen Sie den Smalltalk

Hier kommt ein einfacher Rat: Seien Sie freundlich und interessiert. Smalltalk ist wichtiger als viele Arbeitnehmer denken. Selbstverständlich kommen Sie ohne Talent und Fleiß nirgendwo hin. Aber soziale Kompetenzen spielen eine immer größere Rolle. Es zahlt sich aus, ab und zu eine Pause zu machen, um Kollegen nach ihrem Wohlbefinden zu befragen oder einfach über Sport und Musik zu plaudern. Sie werden sehen, wie sich so viele Spannungen verhindern lassen und die Zusammenarbeit besser funktioniert.

Wie gehen Sie mit Tratsch und politischen Spielchen in Ihrem Büro um? Würden Sie auch den Job wechseln, wenn die Gerüchteküche zu starke Ausmaße annimmt?

 

Bildquelle: @ Sven Hoffmann - Fotolia.com

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