Bewerbungsfrust? Referenzen können’s richten

Von Alenka Mladina 23. März 2015

Ihr Lebenslauf ist optimal strukturiert und Ihr Anschreiben perfekt geschrieben. Auch Ihre Erfahrungen passen ideal auf die Stellen, auf die Sie sich bewerben. Und trotzdem flattert eine Absage nach der anderen ins Haus. Das ist frustrierend. Vielleicht sticht Ihre Bewerbung einfach immer noch nicht aus der Flut an Bewerbungen hervor? Probieren Sie es doch mal mit Referenzen in der Bewerbung. 

Sie wissen, was Sie können. Mit Ihrer Bewerbung müssen Sie aber auch den Personaler davon überzeugen können. Dafür haben Sie etwa 10 Minuten Zeit. Allein mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen - das Standardprogramm für Personaler bei Bewerbungen - wird Ihnen das nicht unbedingt gelingen.

Hingegen kann eine persönliche Empfehlung Ihre Bewerbungschancen deutlich steigern! Mein Bewerbungstipp lautet daher: Bewerben Sie sich mit Referenzen früherer Chefs. Wie Sie eine Referenz bekommen, wo sie angegeben wird und wer sich als Referenzgeber eignet, das stelle ich Ihnen in diesem Beitrag vor.

Empfehlungsschreiben oder persönliche Referenz: Wo liegt der Unterschied?

Mit Referenzen können Sie sich auf zweierlei Weise bewerben. Entweder Sie legen Ihrer Bewerbung ein Referenzschreiben eines früheren Vorgesetzten bei. Oder Sie nennen die Kontaktdaten eines Referenzgebers, der bei Interesse kontaktiert wird (aber bitte nur nach vorheriger Absprache).

Das Referenzschreiben mag auf den ersten Blick mehr Eindruck machen als die bloße Angabe eines Referenzgebers. Im Endeffekt läuft aber beides auf dasselbe hinaus: Ehemalige Vorgesetzte bestätigen Ihre persönlichen Stärken und Ihr Können gegenüber dem potenziellen neuen Arbeitgeber.

Referenzen sind wie eine persönliche Empfehlung

Referenzen sind eine perfekte Ergänzung zum klassischen Arbeitszeugnis. Ein Zeugnis stellt zwar Ihre fachlichen Qualifikationen heraus, ist aber  - und das wissen Personalentscheider genau - wohlwollend formuliert. Eine Referenz hingegen bietet dem potenziellen neuen Arbeitgeber die Möglichkeit, seinen ersten Eindruck von Ihnen durch eine dritte Person bestätigt zu bekommen. Er informiert sich beispielsweise wie kreativ, innovativ oder belastbar Sie tatsächlich sind.

Da Personaler immer stärker auf Soft Skills Wert legen, wird Ihr Referenz Sie möglicherweise als Favorit im Bewerbungsprozess platzieren.

Wer eignet sich als Referenzgeber?

Auch wenn Freunde, Verwandte oder gar die Eltern hier wahrscheinlich sehr gerne einspringen würden, als Referenzgeber sind sie leider ungeeignet. Auch das Lob eines ehemaligen Kollegen ist zwar eine nette Geste, wirkt auf viele Personaler aber unprofessionell und wie eine private Gefälligkeit.

Im schlimmsten Fall werten falsch gewählte Fürsprecher Ihre Bewerbung sogar ab. Generell sollte ein Referenzgeber in einer höheren beruflichen Position sein. Geeignet sind Personen,

  • die mindestens eine Hierarchiestufe über Ihnen angesiedelt waren und
  • eine möglichst lange Zeit eng mit Ihnen zusammengearbeitet haben.

Wichtig: Ihr Referenzgeber sollte selbst einen guten Ruf genießen – sonst könnte sein Image auch auf Sie zurückfallen. Mit Vorsicht sind Referenzgeber in der eigenen Firma zu behandeln, vor allem, wenn Sie Ihre Wechselabsichten erst einmal für sich behalten möchten.

Gute Referenzgeber sind:

  • Ex-Chefs – je höher in der Hierarchie, desto besser
  • Auftraggeber aus selbstständiger Tätigkeit – je umfangreicher das Projekt und je länger die Zusammenarbeit, desto besser
  • Professoren
  • Mentoren oder Praktikumsbetreuer
  • Funktionäre aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Keine Referenz ohne Einwilligung!

Die allerwichtigste Regel lautet: Ohne das Einverständnis Ihrer Referenzgeber sollten Sie niemals deren Kontaktdaten in der Bewerbung nennen. Informieren Sie Ihren Referenzgeber immer, wenn Sie wissen, dass ein ein möglicher Anruf bevorsteht, damit er sich vorbereiten kann. Aus Datenschutzgründen dürfte er sich andernfalls auch gar nicht über Sie äußern. Zur Auskunft verpflichtet werden kann allerdings niemand. Sprechen Sie Ihren Referenzgeber ruhig direkt auf das Anliegen an, zeigen Sie aber Verständnis, wenn er nicht für Referenzen zur Verfügung steht.

Wie genau sieht ein gutes Referenzschreiben aus?

Wer seinen Bewerbungsunterlagen ein Referenzschreiben beilegen möchte, sollte auf die Länge achten. Grundsätzlich sollten Sie das Empfehlungsschreiben maximal eine DIN-A4-Seite umfassen und in der Ich-Form geschrieben sein. Prüfen Sie auch nochmal die DIN 5008 in Ihrer Bewerbung.

Anders als Arbeitszeugnisse oder auch Zwischenzeugnisse spiegeln Referenzschreiben den persönlichen Eindruck des Referenzgebers wider. Sie sollten vor allem persönliche Fähigkeiten, Stärken und Fachkenntnisse betonen. Idealerweise werden etwa drei positive Eigenschaften hervorgehoben. Das Schreiben endet mit einer ausdrücklichen Empfehlung und Begründung, warum sich der Bewerber für die ausgeschriebene Stelle eignet.

Der Verfasser sollte sich zudem bereit erklären, für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Satt einem Referenzschreiben können Sie auch die Kontaktdaten Ihrer Referenzgeber in Ihrem Anschreiben oder Ihrem Lebenslauf auflisten. An welcher Stelle genau, bleibt Ihnen überlassen. Entweder Sie fügen es am Ende des Anschreibens, bei der jeweiligen Station im Lebenslauf oder auf einem separaten Blatt an.

Qualität statt Quantität: Wie viele Referenzen sinnvoll sind

Generell gilt beim Bewerben mit Referenzen das Motto: Eine ist besser als keine. Zu viele Referenzen sollten Sie allerdings auch nicht angeben. Zwei bis drei sind in der Regel ausreichend. Statt auf Masse zu setzen, sollten Sie vor allem auf Aktualität und Qualität setzen. Eine Referenz ist für Sie nur dann sinnvoll, wenn auch Ihre stärksten Fürsprecher zu Wort kommen.

Auch wenn Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse nach wie vor die Herzstücke jeder Bewerbung bleiben – es lohnt sich, Referenzen anzugeben. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass der Ex-Chef seine wertvolle Zeit für ein Referenzschreiben oder ein Referenzgespräch opfert.

Und vielleicht sind Ihre Referenzen genau das i-Tüpfelchen, mit dem Sie Ihrem Bewerbungsfrust ein schnelles Ende bereiten.

Haben Sie sich schon einmal mit Referenzen beworben? Wie haben die Unternehmen reagiert? Wir sind neugierig auf Ihre Erfahrungen und freuen uns über Ihre Kommentare.

 

Bildquelle: © ArtFamily - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren