Wie Sie die 7 häufigsten Bewerbungs-Fails vermeiden

Von Christina Holl on 4. Dezember 2019

Gerät für Sie eine Bewerbung schnell zum persönlichen Stresstest? Da sind Sie nicht allein. Nahezu alle Jobsuchende haben Angst vor peinlichen Fehlern in der Bewerbung. Schließlich geht es möglicherweise um den Traumjob und dabei will man sich als professionell präsentieren. Welche Bewerbungs-Fails am häufigsten auf den Schreibtischen unserer Personalberater landen – und wie Sie diese vermeiden, verraten wir Ihnen hier.

Kontrolle ist immer besse

Bei der Bewerbung geht es um einiges – nämlich um die eigene beruflich Zukunft. Da kann man schon mal nervös werden oder über’s Ziel hinausschießen.

Deshalb ist es wichtig, jede Bewerbung mit kühlem Kopf anzugehen und sich ausreichend Zeit dafür zu nehmen. Ansonsten schleichen sich schnell Fehler ein, die schnell richtig peinlich werden können. Echte Bewerbungs-Fails eben.

Deshalb schon am Anfang ein ganz wichtiger Tipp für das Ende. Lassen Sie Ihre Bewerbung vor dem Absenden von mindestens einer Person Ihres Vertrauens lesen – und zwar von vorne bis hinten. Einem Unbeteiligten fallen oft kleine und grobe Schnitzer auf, die Sie im Eifer des Gefechts leicht übersehen.

Das befreit Sie natürlich nicht von der Pflicht, selbst auf Patzer zu achten. Checken Sie also Rechtschreibung und Grammatik.

Und vergessen Sie bei einer Online-Bewerbung nicht, Dateiformate und -größen zu prüfen. Abgesehen davon sehen unsere Personalberater leider immer noch diese sechs Bewerbungs-Fails.

Bewerbungs-Fail 1: Peinliches Bewerbungsfoto

Kein Foto im seriösen Business-Anzug zur Hand? Also schnell ein Foto von der Hochzeit der kleinen Schwester zurechtgeschnitten und Onkel Günther im Hintergrund wegretuschiert. Wenn Sie jetzt denken, das wird schon als seriös durchgehen - es wird es nicht!

Hauptsache im Anzug – das scheinen Bewerber tatsächlich immer wieder zu denken und photoshoppen sich etwas Geeignetes zusammen.

Tatsächlich hinterlassen solche Bewerbungsfotos bei Personalern einen bleibenden Eindruck, nur leider keinen guten. Wenn sich ein Bewerber schon bei der Bewerbung nicht die Zeit nimmt, ein professionelles Foto zu machen, wie wird es dann erst bei der Arbeit sein?

Ein professionelles Bewerbungsfoto kann allerdings auch peinlich werden – etwa wenn es von Ihrer letzten Stellensuche vor einigen Jahren erstellt wurde. Klar haben Sie dafür mal viel Geld bezahlt, aber die mühevoll zurückgegelte Kurt-Cobain-Gedächtnisfrisur wirkt heute weder seriös noch cool – sondern einfach nur peinlich.

Was Sie vielleicht nicht wissen: Sie brauchen nicht zwingend ein Bewerbungsfoto, auch wenn Bewerbungen ohne Bild hierzulande immer noch nicht sehr verbreitet sind. Aber wenn Sie eines mitschicken, dann lassen Sie es am besten von einem Profi machen.

Das gilt nebenbei bemerkt auch für Ihr Account-Bild bei einem Karrierenetzwerk wie Xing oder LinkedIn.

Bewerbungs-Fail 2: Unangemessener Ton

“Hallo Holger, hier meine Bewerbung für die freie Stelle bei euch. Richtig spektakulär ist sie nicht geworden. Aber du sagtest ja beim letzten Bowlingabend, dass das ohnehin nur eine reine Formsache sei.”

“Dann freue ich mich auf eine schnelle Antwort von Ihnen, denn ich habe noch eine weitere Bewerbung laufen. Und Sie wissen ja: Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst.”

Selbst wenn Sie seit Jahrzehnten mit Holger zum Bowling gehen: Halten Sie sich bei der persönlichen Ansprache des Personalers zurück. Seien Sie nicht kumpelhaft oder vertraulich.

Denn: “Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps!” Und Holger ist vermutlich nicht der Einzige im Unternehmen, der Ihre Bewerbung zu Gesicht bekommt. Bleiben Sie im Ton sachlich, auch wenn Sie Ihr Gegenüber kennen. Und bauen Sie keinen Druck auf.

Das tun Sie bereits, wenn Sie um eine “baldige” oder “zeitnahe” Antwort bitten oder – noch schlimmer – sogar darauf drängen. Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Rhythmus für die Bearbeitung von Bewerbungen. Den wird es wegen Ihnen nicht ändern. Verabschieden Sie sich einfach mit “freundlichen Grüßen”.

Bewerbungs-Fail 3: Übertriebene Selbstvermarktung

“Herzlichen Glückwunsch, mit meiner Bewerbung hat Ihre Suche nach einem neuen Mitarbeiter ein Ende.
Dank meiner Erfahrungen und Qualifikation können Sie kaum eine geeignetere Besetzung für die Stelle finden."

Nehmen Sie sich nicht zu wichtig. Natürlich dürfen und sollen Sie sich in der Bewerbung selbst gut verkaufen. Und es mag sogar sein, dass Sie sich mit Recht für die Idealbesetzung auf der Position halten. Aber das sollte eher zwischen den Zeilen stehen sowie aus Ihrem Lebenslauf sowie den Zeugnissen hervorgehen.

Vermeiden Sie Formulierungen mit dem Dampfhammer wie “ich bin die beste Wahl für diesen Job” oder “Sie können Ihre Suche mit mir beenden”. Möchten Sie mit solchen Behauptungen Ihre Originalität unter Beweis stellen, lassen Sie es - zeigen Sie das lieber im Vorstellungsgespräch.

Bewerbungs-Fail 4: Ungezügelte Kreativität

“Ich wünsche Ihrem Unternehmen alles erdenklich Gute. Deshalb bewerbe ich bei Ihnen für die ausgeschriebene Position als Controller.”
“Das Leben ist hart. Mit einem Job bei Ihnen könnte es mir leichter fallen, vor allem mit dem zu erwartendem Gehalt.”

Kreative Bewerbungen sind oft eine Gratwanderung zwischen schlechtem Geschmack und perfektem Auftritt. Das Risiko für einen echten Bewerbungs-Fail hier extrem hoch. Das gilt besonders für Ironie.

Geschrieben erschließt sie sich oft nicht, weil Buchstaben keine Betonung mitliefern. Und gerade die ist meist wichtig für die Pointe. Fehlt die, so irritiert das den Leser. Was witzig gemeint war, führt so eher zu verständnislosem Kopfschütteln.

Bewerbungs-Fail 5: Chaotische Gestaltung

Die Bewerbung optisch individuell auf das jeweilige Unternehmen auszurichten ist prinzipiell eine gute Idee. Die gesamte Bewerbungsmappe auf leuchtend rotem und gelben Papier im Wechsel zu gestalten, wie es ein Bewerber bei einem Bauunternehmen mit rot-gelbem Logo tat, schießt aber ganz eindeutig übers Ziel hinaus.

Die Bewerbungsfotos waren gut gemacht – keine Frage. Das dachte sich wohl auch der Bewerber und bettete gleich drei verschiedene Fotos aus der Serie und in seine Unterlagen an. Dabei ging es nicht um einen Job als Model – sondern als Controller.

Neben dem Inhalt kommt es auch auf die Form einer Bewerbung an. Überlegen Sie sich gut, ob und mit welchen Elementen Sie Ihren Text anreichern.

Ein eingebautes Foto oder eine kurze Tabelle führen nicht immer zur gewünschten Auflockerung oder zu erhellenden Zusatzinformationen. Im Zweifel stören sie den Lesefluss. Den beeinträchtigen auch unterschiedliche Schrifttypen und -größen.

Denken Sie daran: Verständlichkeit geht vor Präsentation! Eine schmuckloser, aber gut strukturierter Text ist besser als ein überladenes Durcheinander von Formaten und Inhalten.

Das heißt nicht, dass Sie grundsätzlich auf zusätzliche Komponenten verzichten müssen. Aber Sie sollten sicher sein, dass sie im jeweiligen Kontext einen echten Mehrwert bieten. Offensichtlicher Zierrat oder Eyecandy ziehen bei Personalern nicht.

Bewerbungs-Fail 6: Unpassende Länge

Drei Seiten Anschreiben und weitere sechs für den Lebenslauf – die Bewerbung als Roman.

“Schon in der Grundschule entdeckte ich mein kaufmännisches Talent und setzte eine Tauschbörse für Murmeln auf. Leider musste ich dieses Geschäftsmodell wegen eines umzugsbedingten Schulwechsels aufgeben. Als Elfjähriger hatte ich dank meines Talents für Zahlen durch das Erledigen der Mathe-Hausaufgaben für meine Mitschüler (auch aus höheren Klassen) bereits Nebeneinkünfte, die mein damaliges Taschengeld um 300 Prozent überstiegen.”

Nicht kleckern, sondern klotzen. Oder doch: Weniger ist mehr? Der Volksmund ist hinsichtlich der Quantität offenbar unterschiedlicher Ansicht. Aber was stimmt denn nun? Um umgangssprachlich zu bleiben: der goldene Mittelweg.

Besteht ein Anschreiben nur aus der Kernaussage: “Hiermit bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle”, so ist das natürlich zu dürftig. Andererseits lassen Sie Ihre Überzeugungsarbeit besser nicht ausufern.

Ein Anschreiben sollte höchstens zwölf Sätze lang sein. Mit anderen Worten: eine Seite reicht. Und ein gut aufgesetzter Lebenslauf braucht nicht mehr als drei – selbst wenn Sie schon einige berufliche Stationen hinter sich haben.

Ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis ist also fehl am Platz. Fokussieren Sie sich auf wirklich relevante Informationen für die Stelle. Das gilt ebenso für Ihre Zeugnisse und Anlagen.

Zum Thema Hobbys: Dass Sie Aqua-Aerobic machen, jeden Tag gern einmal durchsaugen oder schon fast alle Ü-Eier gesammelt haben, behalten Sie in der Bewerbung besser für sich. Für Finanz- oder IT-Jobs sind solche Freizeitaktivitäten jedenfalls unerheblich.

Es sei denn, Sie engagieren sich für etwas so leidenschaftlich, dass es dem Personaler etwas Positives über Ihren Charakter sagt. Das kann zum Beispiel ein Ehrenamt sein. Selbst mit Hobby-Klassikern wie Fußballspielen können Sie punkten, schließlich stellt es Ihre Teamfähigkeit unter Beweis. Wenn Sie in Ihrer Mannschaft sogar ein Amt übernehmen und zum Beispiel den Kassenwart machen, darf das ruhig mit in die Bewerbung.

Also: Nichts gegen exotische Fähigkeiten, aber bitte nur dann, wenn sie für die Stelle von Bedeutung sind. Deshalb sind auch uralte Zertifikate und Praktika aus der Schulzeit meist überflüssig. Halten Sie die Bewerbung kurz und knackig. Konzentrieren Sie sich auf wichtige Qualifikationen, Weiterbildungen und – immer wichtiger – Soft Skills.

Bewerbungs-Fail 7: Falsche Adresse

Unternehmen A, Personalabteilung, z. H. Mitarbeiter Unternehmen B, Adresse Unternehmen B, Betreff Unternehmen A

Ein weiteres Fettnäpfchen ist die Adresse. Der Klassiker unter den Bewerbungs-Fails: Beim Copy-und-Paste vergessen, den Unternehmensnamen oder den Namen des Ansprechpartners im Adressfeld zu ändern. Auch wenn dieser Fehler Tausenden von Bewerbern unterläuft, macht es ihn nicht weniger peinlich.

Möchten Sie bei Betrieb A anheuern, sollten Sie weder bei der Adresse, noch im Betreff oder sonst irgendwo Unternehmen B erwähnen. Unterläuft Ihnen dieser Fehler, ist die Absage so gut wie vorprogrammiert.

Mit konzentrierter Arbeit können Sie die genannten sowie weitere Fehler vermeiden. Eine andere Möglichkeit: Sie legen diese Aufgabe in die Hände von erfahrenen Profis. Die Berater von Robert Half kennen alle Fallstricke und Feinheiten. Um von ihrem Wissen zu profitieren, laden Sie einfach Ihren Lebenslauf hoch. Wir melden uns dann bei Ihnen.

Lebenslauf senden

Als Personaldienstleister haben wir uns die Aufgabe gestellt, Sie bei Ihrer Jobsuche eingehend zu unterstützen. Unsere Expertise umfasst nicht nur Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Job, sondern auch Beratungen zu allen Stationen des Bewerbungsprozesses und darüber hinaus. Dafür stehen wir Ihnen in ganz Deutschland zur Verfügung; unter anderem finden Sie unsere spezialisierte Jobvermittlung in Frankfurt und an weiteren Standorten. Als Bewerber können Sie von uns eine persönliche, kostenfreie und individuelle Betreuung erwarten.

Bildquelle: © esteejanssens - Unsplash.com

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