Auf Wiedersehen: Die letzten Tage im alten Job

Von Alenka Mladina 19. Mai 2016

Gestern habe ich von der Kündigung einer Kollegin erfahren. Ich war ganz überrascht und kann es noch gar nicht so richtig glauben. Sie passte super ins Team und wir haben in den vergangenen Jahren immer gut zusammengearbeitet. Jetzt hat sie ein tolles Jobangebot aus den USA bekommen und hat als absoluter USA-Fan natürlich nicht lange gezögert.

Von Zeit zu Zeit mal den Job zu wechseln, kann für die Karriere durchaus zuträglich sein. In der IT-Branche kommt das aktuell besonders häufig vor, wie unser Booklet IT Insights zeigt. So hat sich das wohl auch die Kollegin gedacht. Der neue Job verspricht eine bessere Position und ist mit einigen Herausforderungen gespickt. Das macht für Sie den Reiz aus.

Sie kann sich auf neuem Terrain ausprobieren und beweisen. Und das nimmt ihr hier auch keiner übel. Sie hat ganz klar betont, sie würde im Guten gehen. Und wer weiß: Vielleicht kommt sie sogar irgendwann wieder. In unserem Büro in Frankfurt ist gerade ein Ex-Kollege wieder zurückgekehrt, nachdem er auf Kundenseite mehrere Jahre im HR-Bereich Erfahrungen gesammelt hat.

Nach einer Kündigung stehen die Chancen auf Rückkehr nicht schlecht

Das ist gar nicht so unüblich. Witziges Detail: Die Kollegin arbeitete vor einiger Zeit an einer unserer Arbeitsmarktstudien mit, in der es unter anderem um den Wiedereinstieg beim Ex-Arbeitgeber ging. 81 % der Personaler standen da einem Wiedereinstieg von Ex-Mitarbeitern offen gegenüber. Vielleicht hat ihr das zusätzlich Mut gemacht.

Machen Sie trotz Kündigung normal Ihren Job

Die Kündigung lief jedenfalls sehr diskret ab. Wir Kollegen erfuhren erst davon, als mit dem Chef schon alles geklärt war. Und auch an ihrer Arbeitseinstellung war nichts Ungewöhnliches abzulesen. Sie war freundlich und voller Tatendrang wie eh und je.

Für das Meeting gestern hatte die Kollegin bereits einen Plan für ihre letzten Wochen vorgelegt. Bis ins kleinste Detail hat sie sich Gedanken dazu gemacht, was sie noch schaffen will und wie sie uns den Übergang so angenehm wie möglich machen kann. Ihr Aufgabenbereich soll erst einmal aufgeteilt werden, bis die Stelle neu besetzt ist. Die Termine für die Übergabe stehen.

Wirklich schade, dass sie geht. In ihrer letzten Woche wird sie eine Abschiedsparty geben. Auch, wenn der Anlass eher traurig ist, freue ich mich darauf. Sie müsste das ja nicht machen. Aber sie zeigt uns damit, dass sie gern mit uns gearbeitet und sich wohl gefühlt hat. Sie wird uns in guter Erinnerung bleiben. Und wie gesagt: Man sieht sich immer zweimal im Leben.

So hinterlassen Sie nach Ihrer Kündigung einen guten Eindruck:

  • Prozesse einhalten: Informieren Sie erst Ihren direkten Vorgesetzten und besprechen Sie die nächsten Schritte. Dazu gehört zum Beispiel, wie und wann das Team davon erfährt, wie Ihre Aufgaben in Zukunft geleistet werden und wie die Übergabe organisiert werden soll.
  • Begründung: Es geht nicht darum, jedem Kollegen zu erklären, was Sie zur Kündigung bewegt hat, sondern warum Sie den neuen Job angenommen haben. Erzählen Sie daher, was für Sie den Reiz des Jobwechsels ausmacht.
  • Arbeitseinstellung: Erledigen Sie trotz Kündigung Ihre Aufgaben weiterhin so, wie man es von Ihnen gewohnt ist. Nehmen Sie aber keine Projekte mehr an, die Sie in der verbleibenden Zeit nicht mehr beenden können. Fertigen Sie detaillierte Dokumentationen an, um ihrem Nachfolger den Start und erleichtern.
  • Zeugnis: Denken Sie in den Wirren der letzten Wochen unbedingt an Ihr Arbeitszeugnis. Schon im Kündigungsgespräch mit Ihrem Vorgesetzten können Sie das ansprechen.
  • Verabschiedung: Mit einer Sammel-E-Mail an alle ist es nicht getan. Gestalten Sie’s stilvoller und verabschieden Sie sich von möglichst vielen Kollegen persönlich. Dazu bietet sich eine kleine Abschiedsparty an oder ein kleiner Ausstand im Büro.

Welche Tipps haben Sie noch für den professionellen Abschied nach der Kündigung?

Bildquelle: © Peter Atkins - Fotolia.com

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