Absolute No-Gos wenn Sie Ihren Job kündigen

Von Alenka Mladina 9. Juli 2015

Nach der Kündigung kreisen die Gedanken meist schon um den neuen Job. Das ist ganz normal und es ist auch gesund, abgeschlossene Dinge hinter sich zu lassen.

Das dürfen Sie daher auch im Falle einer Kündigung – aber bitte erst nach Ihrem letzten Arbeitstag. Welche No-Gos Sie beachten sollten und wie ein professioneller Abschied funktioniert.

Das Wichtige vorneweg: Sie wissen nie, wie sich die Situation bei Ihrem Noch-Arbeitgeber entwickelt. Vielleicht gibt es zu einem späteren Zeitpunkt die perfekte Aufstiegschance, auf die Sie seit Jahren sehnsüchtig gewartet haben? Ein professionelles Kündigungsschreiben allein wird Ihnen die Rückkehr nicht erleichtern. Ganz bestimmt wird es keine Rückkehr geben, wenn Sie durch unbedachte Äußerungen in schlechter Erinnerung bleiben.

(Un-)professionell kündigen: Die absoluten No-Gos

„Da geh’ ich nicht ran...“

Nachdem Sie Ihren Job gekündigt haben, ist das No-Go Nummer eins, Anfragen von Kunden oder Geschäftspartnern zu ignorieren. Zu einem professionellen Abschied gehört es, dass Sie Ihre Arbeit wie gewohnt bis zum letzten Arbeitstag gewissenhaft erledigen.

Sprechen Sie im Kündigungsgespräch mit Ihrem Chef ab, wie Sie mit neuen Projekten umgehen möchten. Sie dürfen sich auch trauen, “Nein” zu sagen. Das ist allemal besser, als viele offene Aufgaben am letzten Tag an die Kollegen zu übergeben.

„Was ich Ihnen schon immer sagen wollte, Chef...“

Konflikte kommen in jedem Arbeitsverhältnis vor. Nicht alle werden gelöst. Manches hängt einem noch längere Zeit nach. Da Sie anscheinend nichts zu verlieren haben wenn Sie Ihren Job gekündigt haben, wäre jetzt doch die Gelegenheit, endlich all das loszuwerden und sich Ihren Unmut von der Seele zu reden, oder? Besser nicht.

Wenn Sie etwas vor der Kündigung noch nicht klären konnten, lassen Sie es sein. Ihre Entscheidung steht fest. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, was kommt und nicht was war. Möchten Sie konstruktive Kritik anbringen, ist das Exit-Gespräch der richtige Rahmen dafür.

„In meinem neuen Job verdiene ich...“

Es mag sein, dass Sie im neuen Job deutlich besser verdienen - bis zu 10 % mehr Gehalt sind bei einem Jobwechsel durchaus drin (Aktuelle Gehälter für Finanz-, IT- und administrative Berufe finden Sie hier: Gehaltsübersicht). Das ist aber kein Grund, es den Kollegen unter die Nase zu reiben und so eine schlechte Stimmung zu verbreiten. Freuen Sie sich im Stillen darüber.

„Das Kantinenessen werde ich bestimmt nicht vermissen...“

Gerade in größeren Unternehmen kann man sich nicht von jedem persönlich verabschieden. Eine freundliche und professionell geschriebene E-Mail zum Schluss ist eine gute Alternative.

Mit Humor ist das allerdings so eine Sache. Der ist bekanntlich sehr subjektiv und wird in geschriebener Form nicht immer verstanden. Unsere Empfehlung lautet daher: Verzichten Sie in Ihrer Abschiedsmail lieber gänzlich darauf.

Professionell den Job kündigen ist mehr als ein Kündigungsschreiben

Professionell kündigen bedeutet in erster Linie, dass Sie auch nach dem Einreichen der Kündigung sorgfältig weiterarbeiten und für einen reibungslosen Übergang sorgen. Folgende Punkte sind dafür wichtig:

  • Halten Sie die Prozessreihenfolge ein: Informieren Sie erst Ihren direkten Vorgesetzten über die Kündigung und besprechen Sie mit ihm die nächsten Schritte. Dazu gehört zum Beispiel, wie und wann das Team davon erfährt und wie die Übergabe organisiert werden soll. Am Ende des Gesprächs oder im Nachgang können Sie dann Ihr Kündigungsschreiben einreichen. Wählen Sie eine positive Begründung: Wenn Sie mit Kollegen über Ihre Kündigung sprechen, werden Sie nicht drum herum kommen, ein paar Gründe zu nennen. Konzentrieren Sie sich dabei darauf, was Sie am neuen Job reizt – nicht, was Sie am alten gestört hat.
  • Bewahren Sie eine gute Arbeitseinstellung: Wie oben bereits erwähnt, erledigen Sie trotz Kündigung Ihren Job wie es von Ihnen erwartet wird. Nehmen Sie keine neuen Projekte an. Fokussieren Sie sich darauf, in der verbleibenden Zeit die vorhandenen Aufgaben zu erledigen. Fertigen Sie detaillierte Übergabeprotokolle an, um Ihrem Nachfolger den Start zu erleichtern.
  • Planen Sie Ihre Verabschiedung: Mit einer Sammel-E-Mail an alle ist es nicht getan. Gestalten Sie Ihr „Goodbye“ stilvoll und verabschieden Sie sich von möglichst vielen Kollegen persönlich. Dazu bietet sich eine kleine Abschiedsparty mit ein paar Häppchen im Büro oder einem kleinen Umtrunk nach Feierabend an.
  • Vergessen Sie das Arbeitszeugnis nicht: Denken Sie in den Wirren der letzten Wochen unbedingt an Ihr Arbeitszeugnis. Das können Sie bereits im Kündigungsgespräch mit Ihrem Vorgesetzten ansprechen. Für die Bewerbung können Sie Ihr Zwischenzeugnis verwenden, falls Ihnen bereits eines vorliegt.

Job kündigen und Exit-Gespräch: Nicht um jeden Preis

Immer mehr Unternehmen bieten Mitarbeitern, die gekündigt haben, ein Exit-Interview an. Das ist eine äußerst gute Art, ein Arbeitsverhältnis professionell  zu beenden. Und es ist der richtige Rahmen, um sich gegenseitig abschließendes Feedback zu geben: Was ist gut gelaufen und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Wenn es allerdings bereits mehrfach Gespräch gab und sich danach nichts geändert hat, sollten Sie die Aussprache nach Ihrer Kündigung auch nicht mehr erzwingen. Dann ist ein stiller Abgang die bessere Wahl.

Was haben Sie bei Ihrer letzten Kündigung erlebt? Was würden Sie Anderen für einen stilvollen Abschied empfehlen? Wir freuen uns über Ihre Beiträge!

Noch auf Jobsuche? Schauen Sie doch mal in unserer täglich aktualisierten Jobbörse für Berufe im Finanz- und Rechnungswesen, IT oder kaufmännischen Bereich vorbei.

 

Bildquelle: @ArtFamiliy & @christemo - Fotolia.com

Das könnte Sie auch interessieren