6 Tipps, wie Introvertierte im Meeting zu Wort kommen

Von Alenka Mladina 5. Juni 2014

Mein Kollege aus der Buchhaltung macht seinen Job richtig gut. Er ist engagiert, zuverlässig und hat jede Menge guter Ideen. Leider bekam das lange Zeit niemand mit. Denn mein Kollege meldete sich in Meetings kaum zu Wort. Wenn Sie auch introvertiert sind und mit denselben Problemen kämpfen, habe ich eine gute Nachricht: Sie können auf sich aufmerksam machen, ohne sich zu verbiegen.

Introvertiert ist nicht unproduktiv

Ich muss gestehen: Beim ersten Vier-Augen-Gespräch mit meinem Kollegen war ich überrascht, wie viel er plötzlich zu sagen hatte. Und auch seine konstruktiven Ideen zu unseren laufenden Projekten waren neu für mich.

In den Meetings der vergangenen Monate war er nur Beobachter gewesen und mir daher nie aufgefallen. Bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee in der Küche fiel es ihm dann hingegen sichtlich leichter, seine Ideen zu präsentieren.

Wer nicht spricht, wird nicht gesehen

So wie ihm geht es vielen Mitarbeitern. Vor allem in größeren Teams bleiben zurückhaltende Menschen oft auf der Strecke. Das wirkt sich auch negativ auf deren Karriere aus. Ein anderer Kollege, der ähnlich introvertiert ist, wollte das nicht länger akzeptieren. Das verriet er mir, als wir uns kürzlich über die Thematik unterhielten.

Er hatte sich eine eigene Strategie überlegt, wie man sich auch als introvertierter Mensch nicht verbiegen muss, um seine Karriereziele zu erreichen. Diese Strategie verfolgt er nun seit über zwei Jahren. Mit Erfolg – inzwischen wurde er zum Abteilungsleiter befördert.

Hier sind seine sechs Tipps für introvertierte Menschen für Meetings:

  1. Glauben Sie an Ihre Ideen: Jeder Vorschlag sollte gut durchdacht sein – doch wenn Sie zu lange nach Gegenargumenten suchen, findet sich in jeder Suppe ein Haar.
  2. Vergessen Sie die Vergangenheit: Die Erinnerung an Niederlagen ist ein schlechter Motivator. Halten Sie es hingegen mit Winston Churchill, der sagte: „Meine Niederlagen habe ich nie gezählt.“
  3. Keine Angst vor Notizen: Schreiben Sie Ihre Argumente auf, bevor Sie ins Meeting gehen. Selbst wenn Sie die Notizen in der Besprechung nicht brauchen, hilft es Ihnen, die Argumente im Gedächtnis zu behalten.
  4. Bleiben Sie sich selbst treu: Sich als introvertierter Mensch an Meetings zu beteiligen, heißt nicht, dass Sie sich ins Gegenteil verkehren müssen. Sprechen Sie nur, wenn Sie auch etwas zu sagen haben. Und Sie müssen Ihre Vorschläge keinesfalls mit ausladenden Gesten und lauter Stimme vorbringen, wenn das nicht Ihre Art ist.
  5. Seien Sie nicht besserwisserisch: Gerade nach langer Zurückhaltung hat sich womöglich einiges in Ihnen aufgestaut. Geben Sie trotzdem nicht dem Drang nach, alles auf einmal loszuwerden. Bleiben Sie immer höflich und wertschätzend.
  6. Bleiben Sie aufmerksam: Wenn Sie sich während des Meetings in sich zurückziehen, verpassen Sie nicht nur die Beiträge Ihrer Kollegen, sondern auch den richtigen Zeitpunkt Ihre eigenen Ideen vorzubringen.

Lesetipp: Dass sogar Introvierte, wenn sie ihre Stärken nutzen, Chef werden können schreibt der Spiegel. Svenja Hofert geht in ihrem Blog der Frage nach, ob es Jobs gibt, die eher einem introvertierten oder extrovertierten Typ liegen.

Haben Sie auch Erfahrungen mit introvertierten Kollegen oder weitere Tipps?

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