6 sichere Anzeichen, dass Sie ein Mikromanager sind – und was Sie dagegen tun können

Von Alenka Mladina 11. August 2015

Ihre Mitarbeiter fühlen sich zu stark von Ihnen kontrolliert? Zugegeben, als Chef sollten Sie sehr gut über die Projekte Ihres Teams informiert sein. Leider ist es nur ein kleiner Schritt zwischen „gesunder“ Kontrolle und Mikromanagement. Wird die Grenze überschritten, leidet vor allem die Motivation und die Produktivität des Teams. Wie Sie in sechs Schritten rechtzeitig gegenlenken.

Ob Sie ein Mikromanager sind oder nicht, merken Sie an zwei Dingen: Erstens sollten Sie stutzig werden, wenn sich die Mitarbeiter über zu viel Kontrolle beschweren. Und zweitens merken Sie seit Wochen, dass Ihre eigenen Aufgaben auf der Strecke bleiben, weil Sie sich ständig um alles selbst kümmern müssen.

An diesem Punkt sollten Sie kurz innehalten und überlegen, ob Sie vielleicht drauf und dran sind, in die Mikromanager-Falle zu tappen. Damit stehen Sie als Führungskraft übrigens nicht allein da. Laut einer US-Studie von Robert Half haben 59 % der befragten Angestellten schon einmal für einen Mikromanager gearbeitet. Bei über zwei Dritteln hat die Arbeitsmoral darunter gelitten. Bei mehr als der Hälfte (55 %) sei auch die Produktivität gesunken.

Führungskräfte betreiben Mikromanagement aus verschiedenen Gründen, sei es weil der eigene Chef über alle Details informiert werden will oder weil sie ihre Mitarbeiter eng coachen möchten. Wie altruistisch ihre Absichten auch sein mögen: Übertriebene Kontrolle schadet in der Regel den Leistungen der Mitarbeiter, der Jobzufriedenheit und als Folge dessen der Mitarbeiterbindung. Das sind Resultate, die sich keine Führungskraft wünscht. Deshalb haben wir von Robert Half einen 6-Stufen-Plan erstellt, mit dem Mikromanager ihren Führungsstil ändern können.

Erkennen Sie, dass das Problem bei Ihnen liegt

Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Reagieren Sie beim Wort „delegieren“ immer mit einem „Aber das geht nicht“? Müssen Sie unbedingt an jedem Arbeitsschritt in Ihrer Abteilung beteiligt sein? Ist Urlaub für Sie die schlimmste Zeit, weil Sie die Vorgänge in der Firma nicht kontrollieren können? Falls Sie gerade drei Mal innerlich zugestimmt haben, sind Sie ein Mikromanager oder auf dem besten Weg dahin, einer zu werden – und sollten Ihren Führungsstil dringend ändern.

Lassen Sie los

Üben Sie Zurückhaltung und lassen Sie den Rotstift fallen. Führungsstil heißt nicht, jedem Dokument, das über Ihren Schreibtisch läuft, Ihre persönliche Note aufzudrücken. Stattdessen sollten Sie offen sein und Ihren Mitarbeitern genügend Freiraum bieten, die Aufgaben so zu erledigen, wie es für sie am besten passt. Am Ende zählt nicht, wie eine Aufgabe erledigt wurde, sondern wie das Ergebnis aussieht.

Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern

Wenn Sie als Führungskraft ständig hinter dem Schreibtisch Ihrer Mitarbeiter stehen, um sich nach dem Fortschritt von Routinetätigkeiten zu erkundigen, werden diese weder schneller noch effizienter arbeiten. Im Gegenteil. Geben Sie bei der Aufgabenverteilung klare Anweisungen. Haken Sie zwischendurch nach. Aber nur, wenn es notwendig ist. Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter ihren Job im Griff haben.

Sie sind nicht der Geigenspieler, sondern Dirigent

Verlieren Sie sich nicht in Details. Es ist nicht die Aufgabe einer Führungskraft, die kleinsten Arbeitsschritte anzuleiten, sondern klare Anweisungen zu geben und das Gesamtbild im Kopf zu behalten. Vielleicht hilft Ihnen dabei das Bild des Dirigenten, der es versteht, aus einzelnen Musikern und Musikinstrumenten ein gemeinsames Meisterwerk zu erschaffen.

Delegieren Sie

Welche Aufgaben stehen derzeit auf Ihrer To-Do-Liste? Wählen Sie diejenigen aus, die problemlos von jemand anderem im Team erledigt werden können. Überschlagen Sie Zeitaufwand und benötigte Fähigkeiten und delegieren Sie die Aufgabe an den passenden Mitarbeiter.

Geben Sie Verantwortung an Ihr Team ab

Wenn Teammitglieder Projekte managen, lassen Sie diese auch Entscheidungen treffen – und eigene Fehler machen. Auch wenn sich Abläufe erst einspielen müssen und der Start vermutlich etwas holprig verläuft, profitieren Sie auf lange Sicht. Nur so können Mitarbeiter Ihre eigenen Problemlösungsstrategien und Führungsfertigkeiten entwickeln.

Sie werden überrascht sein, welches Potenzial dabei in dem einen oder anderen Mitarbeiter steckt. Fördern Sie und coachen Sie Ihre Mitarbeiter, anstatt sie mit zu starker Kontrolle zu unterdrücken. Wer übernimmt sonst Ihren Job, wenn Sie befördert werden?

Falls Sie noch auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger im Finanz- und Rechnungswesen, IT und administrativen Bereich sind, unterstützen wir Sie gerne.

 

Bildquelle: © Sergey Nivens - Fotolia.com

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