5 Tipps, mit denen Sie Ihren Chef in der Gehaltsverhandlung überzeugen

Von Alenka Mladina 14. September 2017

Sie möchten für Ihren vollen Einsatz und die gute Arbeit belohnt werden?

Damit es mit Ihrer Gehaltserhöhung klappt, brauchen Sie handfeste Argumente, realistische Gehaltsvorstellungen und die richtige Strategie. Was Sie beachten sollten, um Ihren Chef zu überzeugen.

Im vergangenen Jahr haben Sie einen Karriereturbo eingelegt: Sie haben ein großes SAP-Projekt erfolgreich abgeschlossen, sind zum Leiter der IT-Security-Abteilung befördert worden oder haben über einen längeren Zeitraum einen Kollegen vertreten? Klar finden Sie, nun ist es an der Zeit über mehr Gehalt zu verhandeln. Hier sind die wichtigsten fünf Tipps, mit denen Sie top vorbereitet in die Gehaltsverhandlung gehen.

Tipp 1: Gehaltsgespräche – auf das richtige Timing kommt es an

Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für Ihre Gehaltsverhandlung, um Ihre Chancen auf ein erfolgreiches Gespräch zu erhöhen. Bevor Sie jetzt einen Termin mit Ihrem Chef ausmachen: Berücksichtigen Sie Entwicklungen im Unternehmen, die gegen eine Gehaltserhöhung zum geplanten Zeitpunkt sprechen könnten.

Denkbar ungünstig ist es zum Beispiel, wenn Sie mit einem CFO zum Monatswechsel verhandeln wollen, wenn viel Mehrarbeit ansteht. Ist Ihr Vorgesetzter gerade in einer Stresssituation, warten Sie lieber etwas ab.

 

Gute Zeitpunkte für Ihre Gehaltsverhandlung

  • Der Monat oder das Quartal wurden erfolgreich abgeschlossen oder das Budget erhöht.
  • Sie können überdurchschnittliche Leistungen oder einen großen Projekterfolg vorweisen.
  • Sie haben Ihre Ziele, die im Mitarbeitergespräch vereinbart wurden, übertroffen.  
  • Sie haben über einen längeren Zeitraum hinweg einen Kollegen vertreten.

 

Schlechte Zeitpunkte für Ihre Gehaltsverhandlung

  • Es stehen Umstrukturierungen oder die jährlichen Abschlussberichte an: Dann steht das Thema Gehalt nicht auf der Agenda. Außerdem sind viele Budgets bereits aufgebraucht. 
  • Ihre Firma hat im letzten Quartal massive Verluste gemacht, sie baut Stellen ab oder gerade ist ein großer Kunde abgesprungen.
  • Ihr Chef geht bald in Urlaub. Dann ist er mit den Gedanken einfach woanders – und Gespräche zwischen Tür und Angel sind wenig erfolgversprechend.

 

In manchen Unternehmen gibt es fest vorgegebene Zeiträume, in denen Gehaltsverhandlungen stattfinden, etwa zu Jahresbeginn. Möchten Sie nicht so lange warten, erkundigen Sie sich bei Kollegen oder bei der Personalabteilung, wie gut Ihre Chancen auf eine außerplanmäßige Gehaltserhöhung sind.

Generell gilt: Vereinbaren Sie ein Gespräch und machen Sie deutlich, dass Sie über eine Gehaltserhöhung sprechen wollen. Und das bitte so früh wie möglich - etwa drei Wochen vorher sind eine gute Vorlaufzeit. Das gibt Ihrem Vorgesetzten die Chance, Ihren Wunsch nach mehr Gehalt mit der Personalabteilung und seinen Vorgesetzten zu besprechen und seine Budgetplanung zu aktualisieren. Er wird es Ihnen danken, wenn Sie ihm die Gelegenheit geben, sich auf das Gespräch vorzubereiten – auch wenn das keine Garantie für ein höheres Gehalt ist.

Geben Sie nicht auf, wenn Ihr Vorgesetzter im Moment keine Zeit hat. Fragen Sie, wann der richtige Zeitpunkt ist, das Thema erneut anzusprechen. Und in der Zwischenzeit sollten Sie weiter daran arbeiten, Ihre Leistung zu verbessern und Ideen einzubringen, die das Unternehmen voranbringen.

Tipp 2: Sammeln Sie schlagkräftige Argumente

Überdurchschnittliche Leistungen und eine gute Vorbereitung sind Ihre wichtigsten Verbündeten. Die besten Voraussetzungen für eine Gehaltserhöhung sind demnach zum Beispiel folgende Leistungen:

  • Sie haben ein großes Projekt erfolgreich beendet oder einen neuen Kunden gewonnen.
  • Sie wurden befördert und Ihre Führungsverantwortung steigt.
  • Sie übernehmen Aufgaben, die nicht in Ihrer Jobbeschreibung stehen.

Nun sollten Sie Ihre Argumente so vorbereiten, dass diese Ihre Forderung nach mehr Gehalt stützen. Versuchen Sie sich in Ihren Chef zu versetzen und beantworten Sie sich folgende Fragen, bevor Sie in das Gehaltsgespräch gehen:

  • Wie hat meine Arbeit zum Unternehmenserfolg beigetragen? Können Sie Zahlen vorweisen, umso besser. Zum Beispiel: XX % Effizienzsteigerung, weil Sie das Tool XYZ eingeführt haben.
  • Welche zusätzlichen Aufgaben habe ich übernommen? Haben Sie zum Beispiel einen Kollegen über einen längeren Zeitraum vertreten oder hat Ihre Firma für ein großes Projekt kein zusätzliches Personal eingestellt? Dann sind Ihre Chancen für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung hoch.
  • Habe ich bestimmte Fachkenntnisse eingebracht und so zu einem erfolgreichen Projektabschluss beigetragen? Vielleicht gab es ein neues IT-System und aufgrund Ihrer Erfahrung beim früheren Arbeitgeber konnten Sie das Team schulen?

Wichtig: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen Kollegen. Nur Ihre eigene Leistung zählt im Verhandlungsgespräch. Suchen Sie lieber nach Belegen, wie Sie Ihre Erfolge nachweisen können.

Tipp 3: Verhandeln Sie über realistische Gehälter

Überlegen Sie vorab, wie viel Geld Sie tatsächlich verlangen können. Gehen Sie von Ihrem aktuellen Gehalt aus: In der Regel liegt eine Gehaltserhöhung zwischen drei bis zehn %. Pokern Sie nicht zu hoch. Wenn Ihrem Vorgesetzten die Kinnlade herunterfällt, wenn Sie Ihre Forderung nennen, stehen Ihre Chancen schlecht.

Planen Sie Ihre Gehaltsverhandlung sorgfältig: Machen Sie eine Liste oder Tabelle, auf der Sie notieren, was Sie leisten und welchen Nutzen Ihr Arbeitgeber davon hat. Überlegen Sie, mit welchen persönlichen und fachlichen Skills Sie punkten. Und informieren Sie sich über Gehälter von Fachkräften mit ähnlichen Qualifikationen und Berufserfahrungen.

Gehaltsvergleiche oder Studien liefern Ihnen dazu wichtige Hintergrundinformationen. Je nachdem wie groß das Unternehmen ist, in dem Sie arbeiten, und wo es angesiedelt ist, kann es zu enormen Unterschieden kommen. Und natürlich entscheidet auch die Branche darüber, wie hoch Sie Ihr Gehalt ansetzen dürfen. In der aktuellen Gehaltsübersicht von Robert Half finden Sie heraus, was Experten im Finanz- und Rechnungswesen, in der IT-, sowie in Assistenz- und kaufmännischen Berufen verdienen.

Download Gehaltsübersicht

Tipp 4: Seien Sie offen für Alternativen zur Gehaltserhöhung

Eine Gehaltsverhandlung kann nervenaufreibend sein, wenn Ihr Chef die Bitte ablehnt. Ist er zum Beispiel der Meinung, dass ein Projekt nicht zum eigentlichen Aufgabenbereich gehört, oder möchte er, dass Sie sich erst noch länger in der neuen Position beweisen?

Fragen Sie nach einer Alternative zu einer Gehaltserhöhung. Bitten Sie um einen Bonus oder andere Zusatzleistungen – zum Beispiel Zuschüsse zur Weiterbildung, mehr Urlaub oder flexible Arbeitszeiten. Zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber, dass Sie eine Lösung finden möchten, die für beide Seiten akzeptabel ist.

Bleiben Sie während der Gehaltsverhandlung immer freundlich und professionell – auch wenn Sie nicht nach Ihren Wünschen verläuft. Ein absolutes No-Go ist die Drohung, zu kündigen, wenn Sie keine Gehaltserhöhung bekommen. Machen Sie sich Gedanken darüber, ob Sie mit den Konsequenzen leben wollen.

Genauso sollten Sie sehr genau überlegen, ob Sie sich auf eine Verhandlung einlassen, wenn Sie schon ein neues Jobangebot auf dem Tisch liegen haben. 

Tipp 5: Glück bringt mehr als Geld

Gehalt ist zwar wichtig – aber nicht alles. Studien zeigen: Wenn es um die Zufriedenheit im Job geht, spielt die Bezahlung eine untergeordnete Rolle. Faktoren wie Fairness, Teamspirit und sinnvolle Aufgaben sind für Freude im Beruf weitaus wichtiger, wie wir in der Robert-Half-Studie „Die Geheimnisse glücklicher Mitarbeiter und Unternehmen“ herausgefunden haben.

Was bereitet Ihnen die größten Sorgen bei Gehaltsverhandlungen mit Ihrem Chef? Schreiben Sie uns, gleich unten im Kommentarfeld. Unsere Experten antworten Ihnen gerne!

Bildquelle: © Elnur - Fotolia.com & Robert Half

 

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