„Was ich heut nicht mag besorgen …“: Tipps gegen Prokrastination im Job

Von Alenka Mladina 16. August 2018

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, sagt der Volksmund. Leider klappt das im Job nicht immer. Wer ständig Dinge aufschiebt, hat ein Problem. Prokrastination heißt der Fachausdruck für Aufschieberitis. Wir haben Tipps, wie Sie sich selbst motivieren.

In diesem Artikel lesen Sie:

  • Nur mal keine Lust auf Arbeit oder schon Prokrastination?
  • Tipps zur Selbstmotivation: So schaffen Sie es
  • Mehr Motivation bei der Arbeit: Kleine Veränderungen können viel bewirken

Nur mal keine Lust auf Arbeit oder schon Prokrastination?

Eigentlich wollten Sie diese dringend anstehende Aufgabe heute unbedingt erledigen. Eigentlich. Aber dann ist doch wieder etwas dazwischengekommen. So wie gestern. Und vorgestern. Und vorvorgestern.

Jeder kennt das Gefühl: Morgen ist doch auch noch ein Tag. Manchmal hat man einfach keine Lust zu einer bestimmten Tätigkeit oder generell keine Lust auf Arbeit. Ein anderes Mal hapert es an der Konzentration. Vielleicht können Sie sich auch nach entspannten Urlaubstagen nur schwer wieder fürs Büro begeistern. All das kommt vor. Nimmt die Aufschieberei jedoch überhand und kommt ohne wirkliche Gründe vor, nennt man das Prokrastination. Und die kann einem das Arbeitsleben ziemlich schwer machen.

Auf einen Blick: Was ist Prokrastination?

Der Begriff Prokrastination leitet sich ab vom lateinischen Verb „procrastinare“, das „vertagen“ bedeutet. Er beschreibt das pathologische Aufschieben anfallender Arbeiten und betrifft vor allem Menschen, die ihre Arbeit selbst organisieren müssen. Oft stehen von dieser Arbeitsstörung Betroffene unter großem Leidensdruck, Symptome von Stress und Depression sind verbreitet. Im schlimmsten Fall können Betroffene als Folge dauerhafter Prokrastination ihren Arbeits- oder Studienplatz verlieren.

Nicht nur, dass Aufgaben unerledigt bleiben. Gleichzeitig nistet sich im Hinterkopf permanent ein schlechtes Gewissen ein. Und wer ständig prokrastiniert, gerät nach und nach immer stärker unter Anspannung. Doch es gibt einen Ausweg: Aufschieberitis dauerhaft zu kurieren ist möglich.

Tipps zur Selbstmotivation: So schaffen Sie es

Selbstkasteiung ist bei Prokrastination keine Lösung. Anstatt sich selbst Vorwürfe zu machen, sollten Sie dem Problem auf den Grund gehen. Erforschen Sie die Ursachen der Prokrastination. Warum schieben Sie ständig Sachen auf?

Im Folgenden stellen wir Ihnen vier typische Motivationsräuber vor – und Gegenmittel, um sie zu besiegen, sprich: Wege, wie Sie sich selbst motivieren können.

1. Motivationsräuber: Angst

Die Aufgabe scheint zu schwierig. Sie befürchten, einen Fehler zu machen. Das raubt Ihnen Motivation und Energie. Deshalb schieben Sie die Aufgabe – und damit den möglichen Fehler – vor sich her.

Wie motiviere ich mich? Eine derartige Angst ist meist eher diffus als klar definiert. Stellen Sie als Gegenmaßnahme ein paar nüchterne Überlegungen an: Wie wahrscheinlich ist ein Fehler? Mit welchen Konsequenzen hätten Sie zu rechnen? Manche Fehler gehören zur Weiterentwicklung.

Also, lassen Sie sich auf die Aufgabe ein. Je mehr Erfahrung Sie sammeln, desto weniger Angst werden Sie haben. Das steigert Ihre Selbstmotivation im Job.

Wenn Sie sich die Aufgabe absolut nicht zutrauen und Angst vor schweren Folgen für Ihre Firma haben, dann bitten Sie Ihren Chef oder einen Kollegen um Unterstützung.

2. Motivationsräuber: Ziellosigkeit

Sie wissen nicht, wohin das Erledigen der Aufgabe führen soll. Das letztendliche Ziel ist zu weit entfernt, als dass Sie es erkennen könnten. Deshalb können Sie nicht einschätzen, wie wichtig die Aufgabe ist. Entsprechend fehlt Ihnen die intrinsische Motivation.

Wie motiviere ich mich? Diese Art von Mangel an Selbstmotivation im Job kann eintreten, wenn Sie in Teams kleinere Aufgaben übernehmen oder jemandem zuarbeiten. Genaue Briefings helfen, Ziellosigkeit zu vermeiden. Tauschen Sie sich mit Projektleitern und Kollegen darüber aus, welches Rädchen Ihre Tätigkeit in der gesamten Maschinerie darstellt.

In manchen Fällen ist der einzelne Wert einer Aufgabe nicht einfach zu erklären. Dann sollten Sie versuchen, Motivation aus dem Erledigen der jeweiligen Aufgabe zu ziehen – und nicht zu weit in die Zukunft zu blicken: Sie sollten sich kleinere Ziele setzen.

3. Motivationsräuber: Perfektionismus

Sie wollen alles perfekt machen, am liebsten beim ersten Versuch. Daraus ziehen Sie Ihre Selbstmotivation im Job. Der Perfektionismus ist eng verknüpft mit der Angst, einen Fehler zu begehen.

Sobald Sie das Gefühl haben, dass etwas einem hundertprozentigen Ergebnis im Weg steht, ist Ihre Motivation alles andere als hoch. Sie verschieben die Aufgabe lieber auf die nächste Woche.

Wie motiviere ich mich? Sie sollten sich klarmachen, dass Perfektion ein unrealistisches Ziel ist. Denn irgendetwas lässt sich immer verbessern. Und das merkt man in der Regel erst hinterher. Außerdem liegen manche Faktoren, die ein Ergebnis beeinflussen, schlichtweg nicht in Ihrer Hand.

Stecken Sie Ihre Ziele etwas tiefer und bedenken Sie, dass auch eine pünktliche Fertigstellung zum Erfolg eines Projekts beiträgt. Suchen Sie einen Weg, sich selbst durch eine kleine Belohnung zu motivieren.

4. Motivationsräuber: Inkompatibilität

Manche Aufgaben sind schlichtweg lästig. Man schiebt sie vor sich her, weil sie nicht dem eigenen Naturell oder den eigenen Talenten entsprechen. Selbst wenn Sie sich überwinden, können Sie sich nicht auf die Arbeit konzentrieren.

Wie motiviere ich mich? Beißen Sie in den sauren Apfel. Zumindest, wenn er Ihnen nicht zu oft gereicht wird. Nicht jede Aufgabe im Job ist einem wie auf den Leib geschneidert.

Sie können natürlich auch Kollegen fragen, ob Sie die ungeliebte Tätigkeit übernehmen wollen. Schließlich hat jeder verschiedene Vorlieben. Und wenn Sie Glück haben, macht dem Kollegen genau das Spaß, was Sie gern abgeben.

Mehr Motivation bei der Arbeit: Kleine Veränderungen können viel bewirken

Ab und zu etwas aufzuschieben ist übrigens kein Grund zur Sorge. Manchmal kann es sogar hilfreich sein. Wenn zum Beispiel eine gute Chance besteht, dass Sie in der Zwischenzeit wertvolle Informationen erhalten, die das Ergebnis Ihrer Arbeit verbessern können.

Wenn es allerdings in Prokrastination ausartet und Sie dauerhaft keine Motivation zum Arbeiten haben, werden Sie Ihre beruflichen Ziele langfristig nicht erreichen. Dann sollten Sie unbedingt etwas für Ihre Selbstmotivation im Job tun. Manchmal lässt sich schon mit kleinen Veränderungen etwas bewirken.

Folgendes kann helfen:

  • Erstellen Sie eine Prioritätenliste mit den Dingen, die Sie erledigen möchten.
  • Danach: Fangen Sie an, die Liste abzuarbeiten.
  • Denken Sie positiv.
  • Verdeutlichen Sie sich die Konsequenzen, wenn Sie die Aufgabe nicht erledigen.
  • Teilen Sie eine große Aufgabe in mehrere kleine auf.
  • Nehmen Sie sich nicht zu viel vor.
  • Belohnen Sie sich.
     

Wenn allerdings ein Großteil Ihrer Arbeit aus Tätigkeiten besteht, die Ihnen keine Freude bereiten, sollten Sie weder prokrastinieren noch die Kollegen bemühen, sondern nach einem neuen Job suchen, zum Beispiel in unserer täglich aktualisierten Jobbörse.

 

 

Bildquelle: © freestocks.org - Unsplash.com

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