3 Gründe, warum Sie im Vorstellungsgespräch nicht lügen sollten

Im Vorstellungsgespräch bitte nicht lügen

Den Lebenslauf verschönern, Lücken verschweigen, schlechte Noten kaschieren oder Skills dazu erfinden: So mancher Bewerber flunkert im Vorstellungsgespräch, um sich noch besser zu präsentieren.

Genauer gesagt sogar rund 2,2 Mal in einem 15-minütigen Gespräch, wie eine Studie der US-Universität Massachusetts belegt.  Doch das kann gehörig nach hinten losgehen. Lesen Sie hier, warum sich Lügen in Job-Interview und Lebenslauf nicht lohnt – und sogar juristisch heikel werden kann.

Grund 1: Personaler enttarnen Lügen im Vorstellungsgespräch schnell

Sprachkenntnisse dazu erfinden, Erfahrungen und Erfolge unverhältnismäßig aufbauschen – oder sogar Bildungsabschlüsse vortäuschen: Um an ihren Traumjob zu kommen, werden manche Bewerber richtig kreativ.

Da wird aus einem normalen Praktikum schnell mal eine berufliche Station, aus Lücken im Lebenslauf eine selbständige Tätigkeit, aus der privaten Reise in die USA ein offizieller Auslandsaufenthalt.

Studien zum Thema decken regelmäßig auf, dass rund 20 bis 30 % aller Lebensläufe frisiert sind und sogar falsche Angaben enthalten. Und die sind alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Bleiben Sie als Bewerber immer bei der Wahrheit! Denn egal wie gut Sie sich vorbereiten – Unwahrheiten im Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch kommen häufig früher oder später ans Licht.

Personaler sind dafür sensibilisiert und sogar geschult, Ungereimtheiten im Lebenslauf oder im Vorstellungsgespräch auf die Schliche zu kommen. Zum Beispiel recherchieren sie bei Zweifeln an Ihren Angaben im Netz über Sie, fragen Ihren ehemaligen Arbeitgeber oder haken im Vorstellungsgespräch genau nach.

Beliebt sind dabei etwa Fragen zu Nebensächlichkeiten, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Denn die Verantwortlichen wissen: Wer lügt, der hat seine Antworten zwar genauestens geplant – kann aber unmöglich alle Details bedacht haben.  

Grund 2: Lügen kann Sie den Job kosten – auch Jahre nach der Probezeit

Häufig ist beim Vorstellungsgespräch nicht nur der Personaler, sondern auch Ihr zukünftiger Vorgesetzter mit dabei. Und dieser merkt sich sehr genau, was Sie über Ihre Erfolge, Erfahrungen und Skills erzählt haben.

Stellt sich in der Praxis heraus, dass Sie den Arbeitgeber durch Unwahrheiten im Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch getäuscht haben, riskieren Sie die fristlose Kündigung.

Und das sogar lange nach der Probezeit: Ihr Arbeitgeber hat das Recht, den Arbeitsvertrag auch Jahre später wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Die Konsequenz: Sie verlieren Ihren Arbeitsplatz – und das Unternehmen darf sogar Schadenersatz von Ihnen verlangen.

Abgesehen davon, dass Sie dadurch verbrannte Erde hinterlassen, leiden auch Ihre Reputation und Integrität. Im schlimmsten Fall kostet Sie der Vorfall sogar Ihren nächsten Job – nämlich dann, wenn Ihr neuer, potentieller Arbeitgeber Erkundigungen über Sie einholt.

Grund 3: Wer im Vorstellungsgespräch lügt, riskiert ein juristisches Nachspiel

Falsche Angaben in Ihren Bewerbungsunterlagen können sogar juristische Konsequenzen haben: Zeugnisnoten zu manipulieren oder Abschlüsse zu fälschen ist Betrug. Genauer gesagt: Urkundenfälschung, die saftige Geldstrafen und bis hin zu fünf Jahre Gefängnishaft nach sich ziehen kann.

So wird aus vermeintlicher Hochstapelei ein kriminelles Vergehen. Denn allein der Versuch zählt bereits als Straftat.

Seien Sie ehrlich, und zwar bei allen professionellen und berufsbezogenen Angaben im Vorstellungsgespräch und in Ihren Bewerbungsunterlagen:

  • Ausbildungsabschlüsse
  • fachliche Qualifikationen
  • Arbeitszeugnisse und Noten 
  • berufliche Erfahrungen, Tätigkeitsschwerpunkte und Erfolge
  • bisherige Arbeitgeber

Wer im Vorstellungsgespräch bei der Wahrheit bleibt, tut sich auch selbst etwas Gutes. Stellen Sie sich ehrlich die Frage: Ist ein Job, den Sie nur durch Übertreibungen bekommen, wirklich der Richtige für Sie? Wenn Sie den Anforderungen nicht gewachsen sind, ist Scheitern quasi vorprogrammiert. Und spiegelt sich dann in Ihrem Arbeitszeugnis wieder.

Ehrlichkeit zählt - mehr als ein lückenloser Lebenslauf

Die gute Nachricht: Auf Lügen im Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch können Sie gut verzichten – und trotzdem überzeugen. Stehen Sie zu Ihren Schwächen und punkten Sie mit Ihren persönlichen und fachlichen Skills.

Denn Unternehmen suchen nach Mitarbeitern, die Ihre Teams bereichern, mit Freude dabei sind und erfolgreich arbeiten. Dabei kommt es vielen auf Ihre Persönlichkeit und Motivation an – und nicht auf den roten Faden in Ihren Lebenslauf. Dadurch haben Sie auch mit einer lückenhaften Vita oder als Quereinsteiger gute Chancen auf Ihren Traumjob.

Lügen erlaubt?! Diese Fragen dürfen Personaler im Vorstellungsgespräch nicht stellen:

 

Nicht jede Lüge im Vorstellungsgespräch ist ein Vergehen. Denn es gibt Fragen, die Ihnen Arbeitgeber nicht stellen dürfen – und auf die Sie deshalb auch nicht wahrheitsgetreu antworten müssen.

Tabu sind (mit einzelnen Ausnahmen) private und intime Fragen:

  • zum Lebenspartner und zu Heiratsabsichten
  • nach Kinderwunsch, Schwangerschaft und Familienplanung 
  • nach der Konfession und Religion
  • nach Partei- und Gewerkschaftszugehörigkeit 
  • nach Lohnpfändungen und Vermögensverhältnissen 
  • nach Vorstrafen 
  • zur gesundheitlichen Situation
  • nach sexuellen Neigungen

Tipp: Antworten Sie auf unzulässige Fragen besser nicht mit „Das dürfen Sie nicht!“ oder einem Verweis auf die Gesetzeslage. Bleiben Sie ruhig, sachlich und überlegt. So antworten Sie souverän, ohne eine wirkliche Antwort zu geben. Generell sollten Sie sich aber überlegen, ob dieses Unternehmen der richtige Arbeitgeber für Sie ist.

 

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